Öffnungszeiten: von April bis Oktober Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr Samstag/Sonntag feiertags 13 bis 18 Uhr
Führungen durch die Klosteranlage: Sa, So, feiertags 14.30 Uhr von November bis März Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr Weitere Führungen durch die Klosteranlage nach Vereinbarung
Förderverein Kloster Buch e.V Klosterbuch Nr.1 D-04703 Leisnig
361 Mit der ältesten Klostergründung im heutigen Frankreich beginnt sich ein abendländisches Mönchtum zu entwickeln.
Mitte 6. Jh. Benedikt von Nursia verfaßt eine Lebensregel für die Mönche seines Klosters Monte Cassino.
816/19 Benedikts Regel wird für alle Klöster verbindlich vorgeschrieben. Für Kleriker, die gemeinsam leben, aber nicht Mönch werden wollen, entstehen Kanonikerstifte (sog. Anianische Reform)
929 Eroberung des Gebietes zwischen Saale und Neiße durch deutsche Adlige unter König Heinrich I.
11. Jh. Eine breite Reformbewegung läßt verschiedene klösterliche Lebensweisen entstehen.
1098 Gründung des Reformklosters Cîteaux (lat. Cistercium), des Mutterklosters aller Zisterzienserklöster
Ab 1113 Von Cîteaux aus werden die ersten Tochterklöster gegründet der Reformorden der Zisterzienser entwickelt sich.
1115 Gründung von Morimond
1123 Gründung von Kamp am Niederrhein, ältestes Zisterzienserkloster in Deutschland (Tochterkloster von Morimond)
1129 Gründung von Walkenried im Südharz (Tochterkloster von Kamp)
1141 Gründung von Sittichenbach bei Eisleben (Tochterkloster von Walkenried)
1130-1153 Explosive Ausbreitung des Zisterzienserordens. In diesen 23 Jahren wurden mehr als 300 Klöster gegründet.
um 1150 bis um 1250 Erschließung des Gebietes östlich der Mulde für deutsche Siedler.
1192 Gründung von Kloster Buch (Tochterkloster von Sittichenbach)
Um 1200 gibt es in Europa mehr als 500 Zisterzienserklöster und eine große Zahl Frauenklöster, die sich nach den zisterziensischen Regeln richten.
1203 Ein Muldehochwasser verwüstet die im Bau befindlichen Klostergebäude.
Ab ca. 1210 Die letzte große Welle mittelalterlicher Klostereformen führt zur Entstehung der Bettelorden.
Um 1230 Das Generalkapitel des Zisterzienserordens verfügt erstmals Milderungen der ursprünglich strengen Regeln zur Schlichtheit und Einfachheit von Klosterarchitektur und -ausstattung.
Um 1230 Fertigstellung der wichtigsten Klostergebäude.
1258 In Belgern bei Torgau richtet das Kloster einen Stadthof ein.
1365 Nach der Entmachtung der Burggrafen von Leisnig gelangt das Kloster endgültig in den Machtbereich der wettinischen Markgrafen von Meißen.
1433 Kurz vor der Erfindung des Buchdrucks entsteht im Kloster Buch noch einmal eine handschriftliche Bibel.
1525 Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation und Umwandlung in ein kurfürstlich-sächsisches Gut
1540 Für den Bau der Friedhofskirche in Leisnig wird bereits Abbruchmaterial aus dem Kloster Buch verwendet.
1551 Der Kurfürst überläßt das Gut Klosterbuch der Fürstenschule St. Augustin in Grimma.
1639 Plünderungen und Zerstörungen durch Schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg
1678 Im Chor der unbenutzbar gewordenen Klosterkirche wird eine kleine evangelische Kirche eingerichtet. Für deren Ausstattung werden zahlreiche mittelalterliche Bauteile aus Kirche und Klausur wiederverwendet.
1836 Das Gut Klosterbuch geht wieder in Staatsbesitz über und wird hinfort durch Pächter bewirtschaftet.
1866/67 Zahlreiche Architekturfragmente aus dem Kloster Buch werden im Miruspark in Leisnig aufgestellt.
nach 1945 Klosterbuch wird Volkseigenes Gut.
nach 1990 Privatisierung des Volkseigenen Gutes und Auszug des Landwirtschaftsbetriebes aus den Klostergebäuden; Beginn von Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten. Zahlreiche neuzeitliche Gebäude und Einrichtungen werden entfernt, um die mittelalterliche Bausubstanz wieder zur Geltung zu bringen.
1997 Gründung des Fördervereins Kloster Buch e. V.
2000 Der Förderverein kauft das Kloster vom Land Sachsen.
2002 Das Hochwasser der Mulde überflutet die Klosteranlage und richtet schwere Schäden an. Im Gelände des Klosters stand das Wasser übermannshoch. Alle Erdgeschoßräume wurden verwüstet. Dabei gingen auch alle Ausstellungen in den Fluten unter. Ein Wirtschaftsgebäude war einsturzgefährdet.
2003 Einweihung der restaurierten Krankenkapelle, die sich nach der Entfernung jüngerer Einbauten sowie der Wiederherstellung von Schmuckfußboden, mittelalterlicher Farbfassung und Piscine nun wieder in historischer Gestalt präsentiert. Der kleine zweijochige Sakralraum war Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet, nach der Reformation aber zu einer Malzdarre umgebaut worden.
2003 Einweihung der restaurierten Krankenkapelle (Mitte 13. Jahrhundert)
2004 Im Jahr 2004 traten durch umfangreiche archäologische Grabungen nahe der Mulde, an der Dorfstraße und im Hofbereich die bislang erstaunlichsten und dichtesten neuen Einsichten zutage. Es ist klar geworden, dass zum ehemaligen Zisterzienserkloster Buch weit mehr bauliche Anlagen gehörten als bisher angenommen.
2006 Der FV erhält von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz den Bundespreis für das Handwerk in der Denkmalspflege.
2007 Im September wird zentral im Kloster Buch der Tag des offenen Denkmals durch den Freistaat Sachsen eröffnet. Der Förderverein erhält den Denkmalspreis des Landkreises Döbeln.
2008 Die Schadensbeseitigung des Jahrtausendhochwassers 2002 wurde Dank der nationalen und internationalen Hilfe abgeschlossen. Das Landesamt für Denkmalspflege stellt nunmehr fest, dass Kloster Buch ohne Zweifel zu den wichtigsten mittelalterlichen Bauwerken der sächsischen Geschichte gehört, ebenso wie Altzella, Grünhain oder Wechselburg.